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Bernd Hagenkord SJ in München verstorben

München - Der Journalist und Geistliche Begleiter des Synodalen Wegs Pater Bernd Hagenkord SJ ist heute morgen gestorben. Mit Bernd Hagenkord ist viel zu früh ein Mitbruder von uns gegangen, der vielen Menschen inner- und außerhalb des Jesuitenordens fehlen wird. Am 4. Oktober 1968 in Hamm geboren, trat er am 1992 mit 24 Jahren in die Gesellschaft Jesu ein. Seinen Weg im Orden verfolgte er unbeirrt weiter, wurde am 7. September 2002 durch Felix Genn in Köln zum Priester geweiht und legte am 7. April 2010 seine Letzten Gelübde ab.

Er studierte Journalismus, Geschichte, Philosophie und Theologie in Gießen, Hamburg, München und London. Nach seinem Theologieabschluss in London 2002 arbeitete er als Jugendseelsorger in der Katholische Studierende Jugend (KSJ) im Erzbistum Hamburg; eine Aufgabe, an die er sich stets gerne erinnerte. Von 2004-2007 war er Sprecher der Jugendseelsorgekonferenz. 2007 wurde er auch zum Bundeskaplan der Schülergemeinschaft im ND (KSJ) gewählt, ein Amt, das er ehrenamtlich bis 2012 ausübte. Von 2003 bis 2012 war er darüber hinaus in der Redaktion des „Jesuiten“-Magazins tätig.

Dem Journalismus seit jeher zugetan, wurde er ausgewählt, die Leitung der deutschsprachigen Sektion von Radio Vatikan in Rom zu übernehmen, welches zu der Zeit noch traditionell in der Verantwortung des Jesuitenordens stand. Auf diese prägende Aufgabe bereitete er sich in Köln unter anderem mit intensiven Italienischkursen und einer Hospitanz beim Domradio vor. Im November 2009 übernahm er die Leitung der deutschsprachigen Abteilung und wurde zur deutschsprachigen Stimme des Papstes nicht nur für Radio Vatikan, sondern auch für viele deutsche Medien.

Mitglied und Mitbewohner der Jesuitengemeinschaft der Casa San Pietro Canisio in Rom, war er aus dem Leben der Kommunität bald nicht mehr wegzudenken; die Teilnahme an den Gemeinschaftsaktivitäten nahm er sehr ernst, so wie er überhaupt sein gesamtes Leben ganz selbstverständlich nach den Ordensprämissen ausrichtete. Sein waches Interesse für Reflexion und Diskussion über aktuelle Geschehnisse in der Kirche und der Welt war für alle eine große Bereicherung. Gerne erkundete er an seinen freien Tagen mit seiner Kamera und seinen Mitbrüdern die Umgebung Roms.

Zehn Jahre sollte sein Aufenthalt in Rom schließlich dauern, wo er ab 2017 auch den umfassenden Reformprozess der vatikanischen Medien in leitender Position mitgestaltete. Im selben Jahr wurde er aufgrund seiner stets verbindlichen und vermittelnden Weise zum Koordinator der Gruppe von Jesuiten ernannt, die bei Radio Vatikan arbeiteten. In dieser Rolle war er auch Ansprechpartner für die neue Leitungsebene.

Während seiner Tätigkeit in Rom brachte er zahlreichen Menschen in deutschsprachigen Ländern den Vatikan und dessen Eigenheiten näher und machte sie ihnen vertrauter. Er hinterließ dort nicht nur einen moderneren vatikanischen Kommunikationsapparat, sondern vor allem zahlreiche Kollegen, die ihn als Mitarbeiter und Vorgesetzten außerordentlich geschätzt und respektiert haben, sowie eine Kommunität, in der er ein tragender Pfeiler geworden war. 

Im September 2019 wurde er nach Deutschland zurückgerufen, um dort die Leitung der Kommunität Berchmanskollegs in München zu übernehmen. Zurück in der Heimat, hat er nicht gescheut, den Synodalen Weg der Deutschen Kirche tatkräftig mitzugestalten, zunächst als Geistlicher Begleiter, dann auch als direkt gewähltes Mitglied des ZdK. Angehenden Journalisten wollte er als Ausbilder in der katholischen Journalistenschule ifp das Handwerkszeug für ihren künftigen Beruf vermitteln und erkämpfte sogar ein Volontariat bei Radio Vatikan. An all seinen Wirkungsstätten hat die Nachricht vom frühen Tod unseres Mitbruders tief empfundene Anteilnahme ausgelöst.

Denn Bernd Hagenkord war ein Mensch, der weit über den Jesuitenorden hinaus wirkte. Die einen beeindruckte er durch seinen tiefen und unverfälschten Glauben, die anderen durch seinen messerscharfen Verstand, seine ignatianische Analytik und sein umfassendes Wissen. Den einen wird sein liebevolles und fürsorgendes Wesen fehlen, den anderen sein feinsinniger und zuweilen doch so beißender Witz. Einigkeit wird wohl darüber bestehen, dass er ein Mensch und Jesuit war, der diejenigen, denen er begegnete, nicht unberührt gelassen hat.

Unser Mitbruder hat den Kampf gegen seine Krankheit nie aufgegeben, am Ende aber doch verloren. Er hinterlässt seine Mutter, seinen Stiefvater und seine Geschwister, neben unzähligen Menschen, deren Weg er gekreuzt hatte und für die er etwas Großartiges bedeutet – ja, deren Lebensweg er vielleicht entscheidend beeinflusst hat. Nun ist er dort, von wo aus er sie weiter begleiten kann. 

Christine Seuss und P. Jozef Bartkovjiak SJ

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